Wie aus Espresso ein Cappuccino wird

Wusstest Du, dass man Cappuccino nicht mit Kaffeebohnen, sondern mit Espressobohnen zubereitet? Ja richtig! Viele Menschen verwechseln das oft, bzw kennen nicht den Unterschied, der, wie ich in meinem letzten Kaffee-Post berichtete, in der Röstung der Kaffeebohnen liegt.

Espresso ist dunkel geröstet und entwickelt bei der Zubereitung in einer sogenannten Siebträgermaschine eine goldgelbe schaumige Crema. Dankt dieser Crema kann man mit cremigem Milchschaum tolle Bildchen in den Cappuccino zaubern. Aber dazu gleich mehr.

Ein perfekter Cappuccino besteht aus einem Espresso, das sind 25 ml. Und darauf gießt man heißen Milchschaum, der bei etwa 65 Grad liegen sollte. Optimal ist Milch mit einem hohen Fettbegahlt von 3,5%. Der Milchschaum sollte schön cremig sein, kein “Baumschaum” :)

Diesen Schaum gießt man nun in einem gleichmäßigen Strahl in den Espresso hinein, um die 100-130 ml sollten es sein. Kaffee-Künstler, oder Baristi, können nun die Milch so unter die Crema des Espressos gießen, dass auf der Oberfläches des Cappuccinos Bildchen wie Herzen oder Blätter entstehen. Man nennt das übrigens Latte Art!

Hier findest Du zum Üben ein super Video:

Cappuccinozubereitung mit der Siebträgermaschine from Green Cup on Vimeo.

Schmeckt Espresso mit Robustaanteil besser?

Espresso Siebträger

Es gibt verschiedene Bohnenarten bei Kaffee. Die wichtigsten beiden sind Arabica und Robusta. Arabicabohnen sind die hochwertigeren Bohnen, denn sie gedeihen nur in höheren Lagen, brauchen ein feuchtes Klima. Sie wachsen auch langsamer als die Robustabohnen, die, wie der Name schon sagt, robuster sind im Wachstum. Robustabohnen wachsen auch in niederen Regionen und halten der Sonne besser Stand. Sie entwickeln darum aber auch weniger Aromen als eine Arabicapflanze, die in vulkanischen Bergen mit viel Niederschlag gewachsen ist. Robustabohnen entwickeln ein ganz eigenes Aroma, das wir von den klassischen italienischen Espressi kennen.

Sie sind es auch, die dem Espresso seine charakteristische Crema verleihen. Darum wird bei einer Espressoröstung auch meist ein bisschen Robusta mit beigemischt – denn der Kunde im Cafe erwartet eine dichte Crema. Je weiter man in Europa gen Süden reist, desto kräftiger wird der Espresso und einen desto höheren Robustaanteil enthält der Espresso.

Unter Kaffeekennern sind diese Bohnen allerdings oft als minderwertig verschrien, da sie nicht so fruchtige Aromen entfalten wie eine Arabicabohne. Allerdings gibt es inzwischen Anbaugebiete in Indien, oder Afrika, wo die Bauern auch bei der Kultivierung der Robustapflanze tolle Arbeit leisten.

Ich habe hier einen Kaffeetest im Blog von Kaffee-Espresso-Trinken.de gefunden, wo ein 100%iger Robusta-Espresso getestet und für gut befunden wurde. Er stammte von der Kettwiger Rösterei. Auch bei der Casa del Espresso kann man einen 100%igen Robusta Espresso bestellen, mit Bohnen der Insel Java.

Ich persönlich liebe Espresso kräftig, rassig und schokoladig, mit einer dichten Crema – da kommt man meiner Meinung  nach an einem kleinen Robustaanteil nicht vorbei :-)